CO2 – Emissionshandel: Verknüpfung CH-EHS mit EU-EHS

Am Donnerstag, 23. November 2017, haben EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Bundespräsidentin Doris Leuthard  das ­Abkommen über ein gemeinsames CO2 – Emissionshandelssystem (EHS) unterschrieben. Die  Verknüpfung des schweizerischen und des europäischen EHS ist ein Pioniervorhaben, das Klimaschutz-Aktive weltweit mit Interesse verfolgen.

Ein globales (!) EHS ist ein hervorragendes Instrument zur Bekämpfung des Klimawandels und wäre absolut wünschenswert, wenn… Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär!

Die Realität ist nämlich eine andere: Die Preise für CO2 sind zu tief. Rund 7.50 CHF kostet die Tonne CO2 derzeit im schweizerischen Emissionshandelssystem. Zukunftsträchtige „Staubsauger“-Technologien könnten den Preis pro Tonne CO2 von heute derzeit 600 CHF mit zunehmender Marktreife auf vielleicht 100 CHF pro Tonne bringen.

Das BAFU geht von einer Verdoppelung des CO2-Preises bis 2025 aus – sofern das EU-EHS die angekündigten Massnahmen tatsächlich umsetzt (Verknappung des Angebots, Unterbindung der Auslagerung der Emissionen in nicht am Handel beteiligte Regionen).

Trotz aller Kritik: Jedes heute gängige  wirtschaftliche und politische Instrument begann aus einem Pioniervorhaben. In diesem Sinne ist auch eine unperfekte Verknüpfung von unperfekten Systemen begrüssenswert – nicht ohne gleichzeitig aber auch „Staubsauger“-Methoden und weitere innovative Technologien konsequent weiter zu fördern!